futur II

Mit zusammengesetzten Zeiten hat das Deutsche eigentlich keine Probleme. Viele verwenden sogar das etwas umständliche Perfekt lieber als das einfache Präteritum. Vielleicht liegt es ja daran, dass man für das Futur II gleich drei Teile benötigt, nämlich: eine gebeugte Form von werden, das Partizip II des Verbs und sein beziehungsweise haben (Sie werden gezahlt haben) – jedenfalls taucht das Futur II in der gesprochenen Sprache so gut wie nicht auf.

Das Futur II drückt aus, dass ein Sachverhalt zu einer bestimmten Zeit in der Zukunft abgeschlossen sein wird. Daher bietet es sich für Bedingungssätze an: Wenn ich die Arbeit beendet haben werden, werde ich mir ein Bier gönnen. Nur sagt das eben niemand. Stattdessen verwenden die Sprecher in der Regel das Perfekt: Wenn ich die Arbeit beendet habe, werde ich mir ein Bier gönnen. Durch das Futur I im zweiten Teil des Satzes (Ich werde gönnen) ist der zukünftige Bezug klar und die Abgeschlossenheit der Handlung, die das Perfekt vermittelt, wird vom Hörer automatisch auf die Zukunft bezogen. So leicht lässt sich das Futur II aber nicht aus der Sprache vertreiben…

Aus dieser grammatikalischen Erklärung wird deutlich, dass das Futur II  nicht nur im allgemeinen, sondern auch im planerisch-architektonischen Sprachgebrauch wenig verwendet wird. Dies mag daran liegen, dass sichere Prognosen in unserer zunehmend unwägbaren Umwelt auch für Planer*innen oftmals nur schwierig zu treffen sind. Nichtsdestotrotz ist es notwendig, für Zukünftiges einen Plan zu haben und sich mit zukünftig Möglichem zu beschäftigen. Aus diesem Grund möchten wir uns auf der LASKO 2016 mit Themen und Projekten beschäftigen, mit denen wir uns als Planerinnen und Planer zukünftig konfrontiert sehen.

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In Zukunft ist ein erheblicher Wandel des derzeitigen Lebensstils unumgänglich. Die Gesellschaft steht vor großen Herausforderungen. Neben dem kulturellen und demografischen Wandel gilt es die Problematik der Energieerzeugung zu lösen. Auch die Endlichkeit von Ressourcen und der Klimawandel machen deutlich, dass ein nachhaltiges, zukunftsfähiges Leben anders aussieht. Heute gibt es bereits Initiativen, die sich den gesellschaftlich notwendigen Wandel zur Aufgabe gemacht haben und in unterschiedlichen „Laboren der Zivilgesellschaft“ vorleben und ausprobieren (Welzer 2015). Die Stiftung „FUTURZWEI“ arbeitet darauf hin dieses Anfangen gesellschaftlich sichtbar und politisch wirksam zu machen. (Landschafts-) Planer*innen und (Landschafts-) Architekt*innen kommt bei dem Thema Zukunftsfähigkeit eine Schlüsselrolle zu. Vorausschauendes Planen, nachhaltige Umnutzung und ein planerisches Begünstigen von wünschenswerten Transformationsprozessen erweitern das klassische Selbstverständnis unserer Profession. Die Herausforderungen der Zukunft werden dabei ganz verschieden angegangen. Die Ideen reichen von Entwürfen mit beispielsweise klimaoptimierter Gestaltung oder energiesparender Technik bis hin zum bewussten Weglassen von Überflüssigem, dem von Welzer sogenannten Transformationsdesign. Das Nutzen von regionalen Baustoffen oder gar von Abfall im Rahmen von Upcycling wird diskutiert und bereits in diversen Projekten praktiziert. Ebenso gibt es Planer*innen, die Menschen selbst ermächtigen wollen, kreativ zu werden und im Rahmen von Aneignungsaktionen ihr Umfeld zu gestalten.

Im Diskurs mit den Konferenzteilnehmer*innen können Lösungsvorschläge der großen Zukunftsfragen erarbeitet und auf eine regionale und überregionale Ebene projiziert werden. Im Rahmen der LASKO werden Orte und Projekte besucht und betrachtet, bei denen bereits Antworten auf die Grand Challenges gesucht und möglicherweise gefunden wurden

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